13. Dezember 2021

Steckenpferd-Anleitung

Jetzt ist noch genügend Zeit für Kinder ein Weihnachtsgeschenk zu basteln. Hinter dem heutigen 13. Türchen verbirgt sich eine Bastelanleitung für ein Steckenpferd.

Material:

  • Rundholz z.B. ein Besenstiel ca. 1m lang und 25mm Durchmesser oder ein gerader Stock
  • eine große Stricksocke (für den Kopf) am Besten ab Gr. 43
  • Füllwatte (z.B. Schafswolle)
  • Textilfilz 4mm in schwarz für die Augen (optional)
  • Bastelfilz 1mm in weiß, rosa und farblich zu deiner Socke passend
  • stabilen Bastelfilz 1mm oder 2mm für das Zaumzeug
  • dicke Wolle für die Mähne
  • Textilkleber (ich habe Kövulfix) oder Heißkleber
  • 4 Metallringe für das Zaumzeug
  • 2 Karabiner für das Zaumzeug (optional)
  • Baumwollgarn zum Umwickeln des Stabes bzw. Befestigen der Socke
  • Nähnadel & Nähgarn
  • Schere
  • Säge & Schleifpapier (optional)
  • Lochzange (optional)

Anleitung

  1. DER HOLZSTAB

Zunächst einmal musst du den Holzstab auf die für dein Kind richtige Länge bringen (oder im Baumarkt bringen lassen) – bei einer Größe von 1,25m eine Länge von 85 cm. Es verschwindet ja ein ganzes Stück im Pferdekopf, daher ist das aber auch nicht auf den Zentimeter genau zu messen.
Beide Enden des Rundholzes sollten rundgeschliffen werden, damit keine Verletzungsgefahr besteht.

  1. DIE FÜLLUNG

Als nächstes wird die Socke mit Füllwatte ausgestopft (am besten aus Naturmaterialien z.B. Schafswolle)
Es ist erstaunlich, wie viel Füllwatte in so einer Socke verschwindet – und ich empfehle, die Socke relativ fest zu stopfen, denn mit der Zeit geht immer etwas Volumen verloren. Daher: Ruhig etwas mehr stopfen. Die letzten 10 cm (also das Stück am Bein) bleiben aber ungefüllt – dort wird die Socke dann am Stab festgebunden.

3. DIE BEFESTIGUNG

Jetzt wird der Stab in der gefüllten Socke “versenkt” – bei uns schauen (inklusive 10 cm Umwickelung) etwa 72 cm des Rundholzes aus der Socke heraus. Der Stab steckt also etwa 13 cm in der Socke und wird so in die Füllung gesteckt, dass er nirgendwo seltsam rausguckt und möglichst zentriert ist.

Der nicht gefüllte Teil der Socke wird mit stabiler Wolle umwickelt. Ich habe erst einmal herumgewickelt und verknotet. Danach habe ich sorgfältig eine Woll-Reihe neben die nächste gesetzt, bis unten nur noch ein kleines Stück Socke sichtbar war. Dort habe ich die Wolle wieder verknotet, mit etwas “Luft” abgeschnitten und das Ende mit einer Stopfnadel unter die Woll-Reihen gezogen. Damit verschwindet das Ende und die Befestigung löst sich nicht so schnell auf, weil das Ende nicht außen liegt und “angreifbar” ist.

Damit haben wir ja schonmal einen großen Teil des Steckenpferdes geschafft – erfahrungsgemäß sieht es jetzt aber noch ziemlich seltsam und nicht besonders Pferde-mäßig aus. Aber keine Sorge: das kommt noch…

4. DIE AUGEN

Jetzt sind die Augen dran. Ganz wichtig (auch wenn man es nicht auf den ersten Blick sieht) sind die kleinen Reflektionen, die wir mit einer 4mm Lochzange aus weißem Filz gestanzt haben. Falls du keine Lochzange hast, kannst du die Kreise natürlich auch mit der Schere ausschneiden. Das Ergebnis wirkt mit der Lochzange professioneller und es geht sehr schnell.

Diese kleinen weißen Punkte werden zuerst auf die Augen geklebt. Achte darauf, dass eines der Augen seitenverkehrt auf dem Steckenpferd kleben wird – du musst also eines der Augen drehen. Die Position des weißen Punktes ist Geschmackssache – sie sollte nur auf beiden Augen ungefähr gleich sein.

Dann werden die Augen auf den Kopf geklebt. Auch hier bitte wieder darauf achten, dass sie symmetrisch auf dem Kopf sitzen.

5. DIE MÄHNE

Es geht weiter mit der Mähne. Wir haben ja ein dunkles Pferd, daher haben wir uns für eine helle Mähne entschieden, weil wir das mit der Kontrastfarbe schöner fanden. Die Farbe ist dir aber natürlich komplett freigestellt.

Es muss natürlich nicht genau dieses Garn sein, sondern ich empfehle nur etwas in dieser Art, weil sich die Mähne dann recht schnell machen lässt und schön voluminös ist. Zum Vergleich: Das Garn hat eine Lauflänge von ca. 75m auf 50 Gramm und ist für eine Nadelstärke von 6-7 vorgesehen.

Wir haben von diesem Garn eine ganze Menge etwa 15cm lange Stücke abgeschnitten. Immer zwei werden in der Mitte miteinander verknotet und dann wird der Knoten auf dem Pferdekopf mit der Hand festgenäht. Für die Mähne von den Ohren (die wir dann gleich basteln werden) den Hals runter habe ich 17 Knoten gesetzt – die Menge hängt natürlich von dem verwendeten Garn ab. Setze die Knoten auf jeden Fall direkt hintereinander, damit zwischen ihnen keine Lücken entstehen. Und dann musst du einfach so viele Wollfäden setzen, damit von den Ohren bis zum Hals überall Wolle ist. Vom letzten Knoten bis zum Beginn der Befestigungswolle sind es bei mir 5cm – dort ist keine Mähne mehr.

Jetzt fehlt noch der Schopf, also die Mähne, die zwischen den Ohren über die Augen reicht. Diese Fäden haben wir etwas kürzer gemacht – sie sind etwa 12cm lang. Wie schon bei der restlichen Mähne werden wieder zwei Fäden miteinander in der Mitte verknotet und dann im leichten Bogen auf den Kopf genäht. Hier habe ich 12 Knoten gesetzt, die bei unserem Steckenpferd komplett ausreichen. Die Position auf unserem Pferd habe ich einfach nochmal fotografiert, damit das klarer wird.

6. DIE OHREN

Jetzt müsste dein Steckenpferd schon ziemlich wie ein Pferd aussehen. Aber uns fehlen noch die Ohren. Für diese habe ich dir auch Schablonen auf dem Bastelbogen vorgezeichnet – die Ohren sind 2 größere Viertelkreise und 2 etwas kleinere für das rosa “Innenleben”.

Schneide also je zwei farblich zu deinem Pferd passende größere Viertelkreise und zwei rosa kleinere aus. Jetzt klebst du die rosa Stücke auf die größeren, so dass um das rosa Stück am oberen Rand der andere Filz sichtbar ist. Danach werden beide Stücke zusammen zu einem Ohr gefaltet. Das lässt sich irgendwie nicht erklären, daher habe ich von dem fertigen Ohr mal ein Foto von hinten gemacht.

7. DAS ZAUMZEUG

Du kannst Bastelfilz in 1mm Stärke verwenden oder aus Wolle das Zaumzeug flechten, das klappt auch ganz wunderbar.

Bei uns sind die 6 Filzstreifen des Zaumzeugs jeweils 1,5cm breit. Ich habe mit dem Rollschneider einen ganzen Satz Streifen geschnitten und dann einfach mal den ersten Streifen mit der Hand an einen Ring genäht. Das habe ich dann wieder aufs Steckenpferd gelegt und damit abgemessen, wo der zweite Ring sitzen müsste. Filzstreifen abschneiden, festnähen, fertig. Und so ging es bis alle Teile des Zaumzeugs zusammengenäht waren. Die Karabiner haben wir ursprünglich eingesetzt, weil sich das Zaumzeug dann leichter wieder abnehmen lässt (falls das Pferd mal ein Wildpferd ist). 🙂 Schlussendlich werden die eigentlich nie gebraucht. Sie sehen aber ein bisschen “echter” aus.

8. DER ZÜGEL

Der Zügel ist bei uns 2cm breit, sodass es sich gut anfühlt. Also auch hier leider wieder keine festen Maße, sondern ausprobieren. Wir hatten nur kleine Filz-Zuschnitte und daher haben wir in der Mitte eine Naht – das sieht zwar nicht so schön aus, stört aber überhaupt nicht. Sowohl der dünne als auch der dickere Filz leiern mit der Zeit ein wenig aus. Daher würde ich den Zügel lieber etwas kürzer als zu lang machen. Du kannst aber den Zügel natürlich auch jederzeit ein bisschen kürzen nochmal zusammennähen. Natürlich kann auch hier wieder eine Kordel oder ein geflochtenes Seil verwendet werden.

Quelle: https://www.sonst-noch-was.de/blog/2020/07/steckenpferd-selbermachen/

Steckenpferd Bildquelle: von marsupium photography – https://www.flickr.com/photos/hagdorned/6047009893/, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=57545580

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